FCU-ParallaxBG
  • 26 03 2017 - 13:00Ulzburger Str. 94, 22850 Norderstedt
    • HSV 1. Fr.
    • FCU 1. Fr.

Das Finale war zum Greifen nahe!

Die "verdammten" letzten zehn Minuten!

Der Pokaltag in Hamburg begann in Norderstedt beim HSV. Dieser hatte den erst am Tag zuvor gestürzten Tabellenführer der Verbandsliga Hamburg zu Gast. Trainer Kroll konnte nach einer Durststrecke in den letzten Partien wieder auf etliche Urlaubsrückkehrerinnen zurückgreifen, die natürlich trainingsrückstand hatten. Auch standen drei U17-Spielerinnen im Kader, mit Philine Diekhoff und Markella Koskeridou zwei von ihnen in der Startformation. Auf der Bank – oder genauer auf dem Rasen daneben – sah man erstmals auch Winterneuzugang Yuliana Lasso Pena sitzen. Der internationale Wechsel samt Erlangung einer Spielberechtigung für die siebzehnjährige Kolumbianerin konnte seitens des HSV rechtzeitig für die Partie über die Bühne gebracht werden. Die Gäste mussten u. a. auf die verletzte Alla Yanchenko verzichten.

Einen ersten Knaller produzierte HSV-Spielerin Schulz, deren Distanzschuss an den linken Innenpfosten knallte und zurück ins Feld sprang. Hier war der HSV einer frühen Führung nahe gewesen. Es folgten zwei gut Abschlüsse auf der Gegenseite durch Lutz und Thiel, die jedoch bei Torhüterin Naward endeten. Dann war wieder der HSV in der Offensive, kam durch P. Diekhoff zu einem Torschuss und zu einer Hereingabe, die durch den Fünfmeterraum flog, ohne dass sie eine HSV-Spielerin erreicht hatte. Hier hatten die Gäste etwas Glück. Dann hatte auch Tornesch einen Lattentreffer zu verzeichnen. Wie so oft probierte es Union mit Fernschüssen, auch um offensiv agierende Torhüterinnen zu überwinden. In dieser Situation stand Naward weit vor ihrem Tor und Stutzke wagte den Versuch. In hohem Bogen fiel ihr Schuss auf die Torlatte. Wie schon bei Versuch Nr. 1 stand Lutz auch bei ihrem 2. Torschuss im Mittelkreis, doch hier konnte Naward den Ball sicher fangen. Nach 38 Minuten wurde Schulz dann im Strafraum relativ unnötig gefoult. Den von Hannah Diekhoff getretenen Foulstrafstoß konnte Torhüterin Schippmann abwehren. Hatte hier der HSV die große Chance zur Führung vergeben, gelang diese den Gästen. Die HSV-Abwehr klärte nicht konsequent und Stutzke kam an den Ball. Energisch setzte sie sich auf der linken Angriffsseite durch und kam, nachdem ihr erster Schuss von geblockt worden war, per Fernschuss zum Torerfolg nach 43 Minuten. Mit diesem 0:1 ging es in die Halbzeitpause.

Den zweiten Durchgang begannen beide Teams personell unverändert. Tornesch hatte die Partie jetzt etwas besser im Griff, doch ab und zu konnte sich der HSV in Szene setzen, freilich ohne zu Torabschlüssen zu kommen. Kroll reagierte und brachte zunächst Schlichting für P. Diekhoff. Im Rahmen der Umstellungen ging Stürmerin Schlichting jedoch in die Linksverteidigung und Anna Seme – die inzwischen mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte – wurde offensiver postiert. Nach 63 Minuten wurde Seme dann erlöst und durch Lasso Pena ersetzt. Für sie war es das erste Spiel für den Hamburger SV und auf deutschen Boden. Die nötigen Anweisungen wurden noch schnell ins spanische übersetzt und dann konnte es losgehen. Doch während Tornesch durch Lutz, Mohnke und Thiel zumindest ab und zu zu Torschüssen kam, konnte der HSV diesbezüglich weiter nichts verbuchen. Es wurde allerdings enger, denn Burdorf-Sick verpasste einen Freistoß nur ganz knapp. Das Auftreten des HSV änderte sich dann schlagartig im Zuge des letzten Wechsels und der Umstellung auf die Dreierkette. Es waren noch zwölf Minuten zu spielen, als Steen Köppe ersetzte und Tornesch Möller für Stutzke brachte. Schlichting und Burdorf-Sick durften nun in die Offensive. In der 83. Minute spielte Tornesch den Ball nicht sauber heraus, der Ball ging verloren und Schulz wurde an der Strafraumgrenze gefoult. Der Schiedsrichter sah aber von einer Ahndung dieser Notbremse ab, sondern überließ dem HSV dessen Vorteil. Lasso Pena war zur Stelle und erzielte für den HSV den Ausgleich. Ein Einstand wie er nicht besser sein könnte. Die im Vorwege gefoulte Schulz musste – nicht zum ersten Mal in dieser Partie – behandelt werden, kehrte aber einige Minuten später auf den Platz zurück. Das war auch gut so, hatte der HSV doch alle Wechselmöglichkeiten ausgeschöpft. Es war dann sogar Schulz selbst, die den HSV zum Sieg schoss. Mit Ball konnte sie sich am Strafraum gleich mehrerer Abwehrspielerinnen erwehren und dann rechts ins Tor einschießen. Der Jubel beim HSV war natürlich groß. Doch noch waren zwei Minuten plus ebenso langer Nachspielzeit angesagt. Union Tornesch konnte jedoch die jetzt nötige Schippe nicht mehr drauflegen und so blieb es beim 2:1-Erfolg des Hamburger SV.

In der Summe hätte ein Unentschieden dem Spielverlauf recht gut entsprochen. Bekanntlich sieht der Pokal die Lösung nicht vor. Angesicht eines Pfostentreffers, eines vergebenen Strafstoßes und dem besseren Finnisch geht ein Sieg des HSV in Ordnung. Tornesch war aber mit einem Lattentreffer und einer Führung bis in die Schlussphase hinein gut dabei und hätte das Spiel berechtigt als Sieger verlassen können. In der Schlussphase fehlte die Konsequenz.

geschrieben von www.torknipser.de